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Abrechnungsseminar mit ZMV Birgit Sayn am 02.09.2015

04.11.2015 10:21

Abrechnung leicht verständlich, lebendig und praxisnah

Zum sehr gut besuchten Abrechnungsseminar am 02.09.2015 in Erfurt stellte die Referentin Frau Sayn die Abrechnung zahntechnischer Leistungen auf den Prüfstand. 30 Jahre Berufserfahrung aus der Sicht eines Zahntechnikers, eines Zahnarztes, einer Helferin, der KZVen und der Krankenkassen machten das Seminar besonders lebendig und boten sehr spannende praxisnahe Anregungen, die für viele der Anwesenden im Hinblick auf die Fallstricke bei der Abrechnung sehr hilfreich waren.

Als besonders wichtig hob Frau Sayn eine aussagekräftige, eindeutige Kommunikation zwischen Praxis und Labor hervor. Sollten anhand des Zahnarztauftrages Ungereimtheiten im Labor in Bezug auf die Abrechnung entstehen, da z.B. eine entscheidende Wortwahl wie z.B. „Härtefall“, „Ausnahmefall“ oder Abrechnung nach BEL II wegen „Ausnahmeindikation“ fehlt, so ist eine klärende Nachfrage unumgänglich, um eine reine BEL-Rechnung ausstellen zu können. Sobald eine Privatleistung des Labors in einer solchen Rechnung erscheint, bekommt der Patient seine Leistungen nicht zu 100% erstattet, da es sich um keine Regelleistung mehr handelt.

Jedes Labor sollte die Zahnersatzrichtlinien sowie die aktuelle Festzuschuss-Richtlinie mit allen erlaubten Regelversorgungs-abrechnungen (siehe www.kzbv.de) kennen, um notfalls eine ergänzende Begründung für die Abrechnung zu finden. Hilfreich sind auch Abrechnungshilfen mit erklärendem Bild-material für die Büromitarbeiter/-in, in welchen die Arbeitsschritte für bestimmte wiederkehrende Arbeiten gleich mit entsprechender Abrechnungsnummer hinterlegt sind, um z.B. auch schnelle Kosten-voranschläge unterbreiten zu können.

Im Seminar führte Frau Sayn auch auf, wie die eigene Kalkulation durch Einführung freier Abrechnungsnummern (z.B. für verschiedene Porto- und Versandkosten von Artikeln, die extra für den Kunden bestellt wurden) erleichtert und in der Rechnung sicher untergebracht werden kann.

Als Fazit kann man sagen, dass durch eine gute Organisation aller Abrechnungshilfen die Laborabrechnung stark vereinfacht werden kann. Niemand sollte aufgrund eines fehlerhaften Zahnarztauftrages Leistungs-abstriche in Kauf nehmen, wenn dies durch einen einfachen Anruf in der Praxis zur Abklärung der offenen Fragen zu beheben ist. Es sollte sich auch kein Laborinhaber unter Druck setzen lassen, einen vor-eiligen Kostenvoranschlag zu erstellen, wenn noch nicht alle Angaben zum Patientenfall bekannt sind.

Durch geschickte Auswahl der zutreffenden Leistungspositionen in der Rechnung sowie aussagestarker Wortwahl im Leistungstext (bei privaten Positionen) muss keine Leistung mehr „falsch abgerechnet“ oder „unterschlagen“ werden, wenn diese tatsächlich erbracht wurde.

gez. ZIT

 


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